• Sandra

Zuckeralternativen & eine Aufklärung über weißen Haushaltszucker

Aktualisiert: 11. Feb 2019

Vor einigen Jahren habe ich begonnen mich mit den Thema Zucker, Blutzuckerspiegel, Erkrankungen und Auswirkungen auseinander zu setzen. Ich möchte niemanden sagen, dass er/sie keinen Zucker mehr essen soll, aber ich möchte dennoch ein Bewusstsein schaffen, was er ist. Erst wenn ich weiß was ich genau esse und was es mit mir machen kann, kann ich mich bewusst für oder gegen etwas entscheiden. Dies bezieht sich auf alle Lebensmittel, ihre Herkunft und Produktion. Ich wurde oft gefragt, warum ich mich von Zucker fern halte, habe viele schiefe Gesichtsausdrücke bekommen und ein Kopfschütteln. Aber auf Zucker zu verzichten war und ist für mich keine Qual, kein Dogma, es ist meine Liebe gegenüber mir und meinem Körper, der mich dazu gebracht hat. Im folgenden würde ich gerne den Haushaltszucker und Alternativen vorstellen, neben diesen gäbe es noch Milchzucker (Laktose), Malzzucker, Invertzucker,.........


Vorweg - was ist Haushaltszucker? Zucker (Saccharose) ist prinzipiell ein Stoff, der aus einer Pflanze (u.a. Zuckerrohr) gewonnen wird und lässt sich in Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) aufteilen. Während die Zuckerrübe neben den Kohlenhydraten (Energie) auch Nährstoffe bietet, die der Körper braucht um die Energie zu verarbeiten, ist raffinierter "bereinigter" Zucker frei von diesen und somit "leere" Energie. Diese "leere" Energie schießt bei uns wortwörtlich sofort ins Blut und löst dort eine ungemein hohe Ausschüttung Insulin aus. Insulin ist ein Hormon, das für den Abbau der Glucose in unserem Blut zuständig ist. Umsohöher die Konzentration an Glucose, umso höher unser Insulin. Um große Mengen "bearbeiten" zu können, wird von der Leber - und den Muskelzellen die Glucose aufgenommen und in Energie umgewandelt. (Dies ist nur ein Beispiel, es laufen hier mehrere Prozesse gleichzeitig zb hat es auch Auswirkungen auf unseren Fett- und Aminosäurenstoffwechsel), dadurch fällt der Blutzuckerspiegel wieder rapide und Hormone wie Adrenalin werden ausgeschüttet. Adrenalin, Cortisol und Co sind Stresshormone, der Heißhunger auf Süßes wird wieder entfacht. Durch diesen ständigen Wechsel wird der Körper nach und nach insulinresistenter, was zur Folge hat, dass er auch die Zuckerarten nicht mehr unterscheiden kann und so gelangt auch Fructose in unsere Leber, was zu einer so genannten Fettleber führt! Bei großer Aufnahme von Fructose im Dünndarm ist dieser schnell überfordert, der Zucker wird an den Dickdarm weiter gegeben, was zu Blähungen und Durchfall führt. (Beim "normalen" Konsum von Früchten, ist dies nicht der Fall, da die Ballaststoffe der Früchte uns "abhalten", bei Fruchtsäften und Co. hat man schnell viel zu viel davon!!! )

Ohne jetzt weiter auf die Körpervorgänge einzugehen, habe ich glaube ich verdeutlicht, dass man sich hier in einem Kreislauf befindet, einen Kreislauf der in uns einen ständigen Kampf zwischen Abbau und Aufnahme auslöst. Es ist Stress pur für uns. Nachdem der raffinierte Zucker auch seiner Nährstoffe entzogen wurde, befinden wir uns in einem ständigen Mangel und Teufelskreis, was schließlich zu Herz- Kreislauferkrankungen, Depressionen, Unruhe, Schlafstörungen und natürlich auch zur Gewichtszunahme führt, auf dieses Thema möchte ich hier aber nicht näher eingehen, denn auf Zucker zu verzichten, ist nicht eine Lösung fürs "schlank sein" es ist für körperliche und seelische Gesundheit.


Süßungs-Alternativen, die ich gerne verwende und wo/wie ich sie einsetze:

Vorweg möchte ich erwähnen, dass jedes Lebensmittel mittlerweile in "guter" und "schlechter" Qualität am Markt erhältlich ist. Wenn ihr wirklich auf euch achten wollt, achtet auch auf möglichst biologische Qualität! Günstigere Alternativen werden oft aus anderen Rohstoffen hergestellt, hoch chemisch verarbeitet, sind aber weit von Qualität entfernt.



Fruchtmus/ Früchte : Apfelmus verwende ich am Liebsten! Im Sommer, wenn unser Apfelbaum Unmengen Früchte trägt, wird fleißig Apfelmus eingekocht. Es ist auch Zucker, es wirkt sich auch auf den Blutzuckerspiegel aus, allerdings enthält er auch Nährstoffe, was den Körper auch bei der Verarbeitung hilft und uns zugleich versorgt. In Kuchen lässt es den Teig fluffig und saftig werden. In Granola macht es eine wunderbare Süße und klebt gut. Achtung nicht in Teigen verwenden, die sowieso flüssig sind (z.B. Topfenkuchen/ Seidentofu), hier kann mit Apfel in Scheiben geschnitten gearbeitet werden. Es gibt natürlich auch Apfelsüße zu kaufen, hier muss man nur bedenken, dass es natürlich auch industriel verarbeitet wird, also wer auf sein eigenes Apfelmus zurück greifen kann - tu es. (Birnenmus, Mischungen,...eignen sich genauso!) Ich mag Bananen - sind aber von Regionalität weit entfernt , darum verwende ich sie nur selten. Trockenfrüchte enthalten sehr hohe Süßkraft, allerdings habe ich auch festgestellt, dass hier die Grenze zwischen gut und zu viel sehr schnell überschritten ist, weswegen ich hiermit immer ein bisschen vorsichtig bin.


Kokosblütenzucker : Diese karamellige Alternative wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt. DENKE NICHT NUR AN DICH, SONDERN AUCH AUF DEINE UMWELT ! Wenn du vor der Wahl stehst, ein biologisches oder nicht biologisches Produkt zu kaufen. Kokosblütenzucker lässt unseren Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, was unserem Körper erleichtert länger und effizienter Energie daraus zu gewinnen und zu benützen. Wir fallen nicht in den Teufelskreis zwischen Abbau und Aufnahme. Nochdazu enthält er sehr viele Nährstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen, Zink,..... Wenn in deinen Rezepten 100 g Zucker angegeben sind, kannst du ihn mit 30 g Kokosblütenzucker ersetzen. ACHTUNG lässt sich nicht als "Massegewinnung" in einem Kuchen zb benutzen, bloß als Süßungsmittel.


Reissirup: Wird aus dem Kochen, Absieden und Eindicken von Reis gewonnen. Ist Fructosefrei, allerdings löst er eine hohe Insulinausschüttung aus. Die Nährstoffe von Reis sind hierbei aber noch enthalten . Ich verwende ihn in kleinen Mengen als Zusatz, wenn mir noch ein wenig Süße bei zb einen Kuchen mit Apfelmus fehlt! Auch hier bitte auf die Qualität achten.


Erythrit und Xylit : Beide Zuckeraltnertiven werden chemisch hergestellt und sind Zuckeralkohole. Sie haben etwa 70% der Süßkraft von Haushaltszucker. Zum Backen sind sie sehr leicht ersetzbar, allerdings ist es wichtig zu wissen, dass beide Zuckeralkohole vom Körper nicht verstoffwechselt werden können, was zu Verdauungsproblemen führen kann, besonders bei großen Mengen! Durch die "Ähnlichkeit" des Geschmacks mit herkömmlichen Zucker, ist es allerdings schwer, wenn man sich dem Zucker etwas entwöhnen möchte. Ich empfehle auf diese Zuckeralkohole nur in kleinen Mengen und eher zum "Bestäuben" zurück zu kommen.


Es gibt noch etliche andere Alternativen ! Wer sich genauer informieren möchte, den kann ich diesen Beitrag sehr empfehlen : https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/welche-suessungsmittel-sind-paleo/ und den Film " Voll Verzuckert" um einen genaueren, wenn auch extremen Einblick zu diesem Thema zu gewinnen.


Ich persönlich mische nach Bedarf die verschiedenen Varianten, denn egal wovon, zu viel ist zuviel! Generell lohnt es sich einmal zu beobachten - Was tut Zucker in mir? Wie fühle ich mich ohne? Und selbst zu beurteilen, was das beste für einen ist! Meine Infos sind alles persönliche Empfehlungen und Erfahrungen, ich übernehme keine Verantwortung für Inhalte. Die Meinungen zu diesem Thema sind sehr vielfältig diskutierbar und ich denke, dass sich hier jeder selbst ein Bild machen sollte und es für keinen Menschen " das Richtige", noch "das Falsche" gibt.


Mit süßen Grüßen

Sandra <3


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Dipl. Meditations - und Achtsamkeitstrainerin Fuchs Sandra 06643960989

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